Taxland sucht den Superstar

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Kanzleimitarbeiter sind heute most wanted und zwar vor allem solche, die sowohl buchhalterische als auch IT-Kenntnisse haben. Doch die Kombi ist rar, es gibt keine adäquate Ausbildung und noch nicht einmal eine klare Vorstellung vom Anforderungsprofil. Es fehlt sowohl an der kritischen Masse williger Kandidaten als auch an der knallharten Jury selbst – die sagt, was der neue Super-Steuerfachangestellte denn so können muss.

Juroren gesucht

Bevor das deutsche Taxland also die neuen Superstars überhaupt finden kann, braucht es erst einmal die passenden Juroren, jedoch: Ein Dr. Raoul Riedlinger drückt sich nicht nur anders aus als Dieter Bohlen, er interpretiert seine Aufgabe in der Nachwuchsgewinnung vermutlich auch ganz anders, und ein Dr. Robert Mayr ist mehr auf der Suche nach dem hyperhumanen Super-Automaten. Per Negativ-Ausschlussverfahren könnte damit am ehesten Prof. Dr. Axel Pestke den Bohlen geben.

Worauf die Jury achtet

Tatsächlich plant aber die Bundessteuerberaterkammer, IT-Inhalte stärker in die Ausbildung der Steuerfachangestellten zu integrieren, doch noch sind solche Mitarbeiter erstens nicht ausgebildet, und zweitens bleibt die Frage, ob die Bemühungen weitgehend genug sind. Der Mitarbeiter der Zukunft in der Steuerberatungskanzlei muss vor allem Datenanalyst sein. Fibutätigkeiten werden immer stärker automatisiert, was dem Mandanten daher Nutzen bietet, ist eine betriebswirtschaftliche Beratung auf Grundlage seiner eigenen Daten.

Besonders groß ist der Nutzen, wenn die Kanzlei den Mandanten dabei unterstützt, seine eigenen IT-Systeme intelligent mit den finanzbuchhalterischen Informationen und Berichtsmöglichkeiten zu verzahnen. Das verlangt Kenntnis vor allem Schnittstellenwissen und die genaue Kenntnis verschiedenster ERP-Systeme.

Das zu erkennen, ist schon einmal ein wichtiger Schritt, denn nun lässt sich diese Kompetenz schulen – DIY, „do it yourself“. Andere Branchen haben den Trend längst begriffen. Unternehmen gründen selbst eigene Ausbildungszweige und berufsbildende Akademien, die dort ansetzen, wo IHKs heute noch kein entsprechendes Berufsbild schulen, etwa den “Produktionstechnologen”.

Der Recall

Dabei mag es freilich für die einzelne Kanzlei schwierig sein, analog einen “Beratungstechnologen” auszubilden, doch eventuell kann das zumindest ansatzweise im Verbund gelingen? Lassen sich gezielt und strukturiert Weiterbildungsmodule finden, die IT-affine Mitarbeiter in den relevanten Aspekten schulen? Solche gibt es, zwar nicht strukturiert und als Gesamtmaßnahme, doch auf diese lässt sich aufsetzen. Einen hilfreichen Ansatz dazu liefert möglicherweise das Kanzleiorganisationsbeauftragten-Programm der Datev eG. Auch ein Blick auf das Schulungsangebot anderer Softwareanbieter lohnt sich – denn im Gegensatz zu den berufsständischen Organisationen sind diese technologisch an vorderster Front und kennen die Möglichkeiten der Technik.

Das Voting – and the winner is….

Darüber hinaus bleibt nur: Eigeninitiative, Eigeninitiative, Eigeninitiative… Dazu, junge Leute davon zu überzeugen, dass die Arbeit in der Steuerberatungskanzlei keine Sache von gestern ist, dazu neue Weiterbildungsangebote auszuprobieren und dazu, sich die eigene Mitarbeiterschaft von morgen selbst mit kreativen Ideen zu entwickeln. Und wenn die am Ende auch noch singen kann, ist das sicherlich kein Schaden.


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