Die Kanzleinachfolge: Die Digitalisierung als neuer Einflussfaktor

Die Kanzleinachfolge: Die Digitalisierung als neuer Einflussfaktor

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Welche Rolle spielt die Digitalisierung bei der Unternehmensnachfolge?

Keine, sollte man meinen: Schließlich sind doch die wichtigsten Punkte hier eher die Bereitschaft des „Seniors“ abzugeben, frühzeitig über Nachfolge nachzudenken und die Persönlichkeit des Nachfolgers.

Aber das ist zu kurz gedacht, denn auch das zukunftsfähige Geschäftsmodell der Kanzlei ist wichtig für eine erfolgreiche Nachfolge. Und hier spielt die Digitalisierung eine wichtige Rolle.

Doch der Reihe nach …

Sie beraten Ihre Mandanten auch zum Thema „Nachfolge“ qualifiziert und lösungsorientiert. Mit Mediation zwischen Senior-Chef und potentiellem Nachfolger ist das keine leichte Aufgabe. Wie sieht es dann da mit der Nachfolge in der eigenen Kanzlei aus? Alles geregelt?

Dazu einige Stichworte zum Umfeld der Kanzleien:

Die Branche ist im Umbruch – Steuerberater sind im Durchschnitt älter als 50 Jahre – etwa 26% sind über 60 – viele Kanzleien suchen bereits einen Nachfolger – aber fast ein Viertel aller Unternehmensnachfolgen „passiert“ unvorbereitet, ungeplant …

Für weitere Informationen verweise ich u.a. auf die Berufsstatistik der Bundessteuerberaterkammer und den DIHK-Nachfolgereport.

Der meist mehrere Jahre dauernde Übergabe-/Übernahmeprozess hat folgende Schwerpunkte:

  • die Kanzlei/das Unternehmen
  • der Senior-Chef/der Kanzleiinhaber
  • der Nachfolger
  • die Fragen

Die Kanzlei/das Unternehmen

Ziel ist es den Bestand der Kanzlei, die Arbeitsplätze und die wirtschaftliche Existenz des Kanzlei-Nachfolgers langfristig zu sichern. Mit der Nachfolge wird zwangsläufig auch ein Führungswechsel nötig, denn die Persönlichkeit des Kanzleiinhabers prägt das Geschäftsmodell der Kanzlei.

Von außen betrachtet ein ganz selbstverständlicher Vorgang, der einfach dazu gehört. Im Detail ist das dann aber nicht immer so einfach.

Da spielt die Digitalisierung eine ganz wesentliche Rolle, denn Digitalisierung bedeutet für ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell der Kanzlei:

  • die Digitalisierung der Kommunikation mit Mandanten und Mitarbeitern
  • die Digitalisierung der internen Prozesse in der Kanzlei

und das Wichtigste:

  • die Digitalisierung als Grundlage zur „Modernisierung“ der bisherigen und Entwicklung von neuen Dienstleistungen.

Der Senior-Chef/der Kanzleiinhaber

Er möchte sich in den wohlverdienten Ruhestand begeben oder sich neue Aufgaben suchen, denn er hat erkannt, dass ein Mensch nicht ewig lebt. Und Menschen, die etwas aufgebaut haben, möchten „ihren Fußabdruck“ im Leben hinterlassen. Und der heißt hier „die eigene Kanzlei“.

Was ist für den Kanzleiinhaber – „Senior“ wichtig:

  • Die Bereitschaft abzugeben. Will ich tatsächlich loslassen?
  • Ist die Kanzlei Bestandteil der Altersversorgung?

Die Nachfolge

Die Kompetenz der Nachfolgerin/des Nachfolgers steht im Vordergrund und nicht die Familienzugehörigkeit. Sicher, der „Senior“ möchte gerne, dass eines seiner Kinder in seine Fußstapfen tritt – Blut ist eben dicker als Wasser.

Das ist verständlich, aber viel wichtiger ist es, dass „die Nachfolge“ Voraussetzungen wie Persönlichkeit und fachliche Kompetenz mitbringt. Und natürlich auch von Bedeutung: wie sieht es aus mit dem „Unternehmer-Gen“?

Der Kanzleiinhaber/Vater muss daher, so schwer es ihm auch fällt, kritisch bleiben.

Was muss noch bedacht werden?

  • Wann sollte die Nachfolge angegangen werden?

Kanzlei-Nachfolge ist vor allem ein sehr von den Persönlichkeiten geprägter Prozess. Und es braucht einige Zeit, bis Vertrauen aufgebaut und eine sachlich/fachlich passende Lösung gefunden ist. Da ist es gut, wenn „Senior-Partner“ und „Junior-Partner“ eine Zeit lang gemeinsam miteinander arbeiten können.

  • Das Unternehmen transparent machen:

Hier geht es um Transparenz hinsichtlich der Erfolgsfaktoren im Geschäftsmodell der Kanzlei und die Klärung der Frage der Zukunftsfähigkeit der Kanzlei unter neuer Führung.

  • Ermittlung des Wertes der Kanzlei:

Ob der Nachfolger aus der Familie kommt oder „von außen“, wenn der Wert der Kanzlei Teil der Altersvorsorge des „Seniors“ ist, muss auch ein für beide „Parteien“ passender Wert gefunden werden, der insbesondere auch für den Nachfolger tragbar ist.

  • Wie kann die Nachfolge finanziert werden?

An dieser Stelle verweise ich auf die verschiedenen Fördermöglichkeiten zur Existenzgründung, die sie als Steuerberater aus ihrem Beratungsalltag kennen.

Fazit

Auch für Inhaber, die sich bereits quasi „auf der Zielgerade“ wähnen, gilt: Achten Sie darauf, dass Ihre Kanzlei „das Zeug“ hat, um in der Digitalisierung zu bestehen bzw. hierfür fit gemacht zu werden! Gerade wenn die Kanzlei Teil der Altersvorsorge sein soll, ist das von herausragender Bedeutung!


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