Gründungsberatung: Neue Aufgaben und Chancen für Steuerberater

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Big Data, Roboter und Automatisierung – die fortschreitende Digitalisierung führt zu dramatischen Umwälzungen in der Arbeitswelt. Nach aktuellen Schätzungen fallen bis 2030 aufgrund der Digitalisierung voraussichtlich bis zu 30 Prozent aller bestehenden Arbeitsplätze weg. In der Steuerberaterbranche ist der Veränderungsdruck noch größer. Die Bundessteuerberaterkammer empfiehlt ihren Mitgliedern deshalb in ihrer Broschüre zur Studie „Steuerberatung 2020“ dringend die Entwicklung hin zu einer unabhängigen, kompetenten Beratung sowohl steuerlicher als auch wirtschaftlicher Fragestellungen.

Gründungsberatung als interessante Option

Die Gründungsberatung bietet an dieser Stelle eine interessante Option. Sie weist viele Schnittstellen zum Tätigkeitsbereich des Steuerberaters auf, bspw. wenn es um die Finanzierungsplanung von Gründungen geht. Gleichzeitig ergeben sich komplexe Beratungserfordernisse, die in ihrer Gesamtheit weiterhin eine hohe Fachkompetenz erfordern. So ist die solide wirtschaftliche und kaufmännische Expertise des (Steuer-)Beraters zur Beurteilung von Geschäftskonzepten und Finanzplanungen seitens der Gründer ebenso gefragt, wie seine Berufserfahrung als Unternehmer und Fähigkeit zur Moderation.

Das Wachstumspotential der Gründerszene

Die deutsche Gründerszene gilt als lebendig, kreativ und innovativ. Je nach Beschäftigungslage werden jährlich rund 250.000 bis 300.000 neue Unternehmen auf Vollerwerbsbasis gegründet; rund 80.000 Personen nehmen eine Tätigkeit in den freien Berufen auf. Trotz der beträchtlichen Anzahl von Neugründungen darf nicht verkannt werden, dass nicht wenige Gründungen im Ergebnis misslingen. So geben knapp 80 Prozent der Unternehmer ihr Geschäft aus persönlichen oder wirtschaftlichen Gründen auf. Essentiell für eine Gründung sind eine klare Geschäftsidee und eine stabile Finanzierung. Nicht zuletzt deshalb suchen erfolgreiche Gründer eine nachhaltige Beratung während der Gründung und fortwährende Begleitung in der Etablierungs- und Wachstumsphase.

Ziele und Themenfelder der Gründungsberatung

Generelles Ziel der Gründungsberatung ist es, gemeinsam mit der Gründerin bzw. dem Gründer, aus einer Geschäftsidee ein marktfähiges Geschäftskonzept zu entwickeln und – besonders wichtig – dieses auch zu etablieren. Konkret ergeben sich folgende Zielrichtungen und Themenfelder:

  • Konzeptplanung: Definition von Zielgruppen, Marktanalyse, Definition Wettbewerb, Standortanalyse, Einschätzung Unternehmerpersönlichkeit, Entwicklung von Marketing- und Vertriebsansätzen, etc.
  • Business Planning: Investitionsplanung, Umsatzplanung, Einnahmenplanung, Kostenplanung, Rentabilitätsberechnung, Liquiditätsberechnung etc.
  • Risikomanagement: Identifizierung und Bewertung von Risiken, Lösungen und Angebote zur Minimierung der Risiken, etc.
  • Finanzierung: Bedarfsermittlung, Finanzierungsinstrumente, Finanzierungsplan, etc.
  • Umsetzungsphase: Controlling, Steuerung über Kennzahlen, etc.

Fazit: Positionierung der Kanzlei als attraktiver Problemlöser für neue Mandanten

Im Zeitalter der Digitalisierung unterliegt das Berufsbild des Steuerberaters einer drastischen Transformation. Ein zukunftsträchtiges Geschäftsfeld ist die Beratung im Bereich Gründung, Wachstum und Nachfolge. Die Kanzlei kann sich in diesem Umfeld als attraktiver Problemlöser positionieren, der neue Mandanten systematisch in der Vorgründungsphase, während der Gründung und in der anschließenden Wachstumsphase begleitet.

 


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