Ihre Kanzlei in der Social-Media-Welt: Ein XING-Spezial

Ihre Kanzlei in der Social-Media-Welt: Ein XING-Spezial

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Die Digitale Transformation hat auch unser Kommunikationsverhalten verändert. Wie würden Sie heute ohne E-Mail-Verkehr und Online-Kommunikation Ihren Geschäftsumfang bewältigen? Das gilt auch für die Außendarstellung Ihrer Kanzlei. Und dabei wird Ihre Präsenz in den „sozialen Medien“ immer bedeutsamer. Ein überzeugungsstarker Internetauftritt alleine reicht heute nicht mehr aus.

Wie beim Thema Internetauftritt sollte sich auch Ihre Präsenz in den sozialen Medien an Ihrer Kanzleistrategie ausrichten: Welche bestehenden und künftigen Kunden wollen Sie mit welchen Themen-/Nutzenangeboten erreichen? Und ein weiteres Thema spielt dabei eine Rolle: Wie gewinnen Sie künftig qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? Auch das „Matching“ mit neuen Mitarbeitenden läuft heute vielfach über diese Kanäle.

Darüber hinaus kommt eine weitere Dimension hinzu: Während Sie in Ihrem Internetauftritt Ihre Kanzlei als Unternehmen darstellen, sind die sozialen Medien sozusagen „persönliche Medien“. Das heißt Sie als Kanzlei-Inhaberin oder -Inhaber legen dort ein „persönliches Profil“ an. Und Ihre Mitarbeitenden können das auch tun – oder haben das längst getan. In einigen sozialen Netzwerken können Sie auch „Unternehmensseiten“ ergänzend platzieren – wenn Sie dort persönlich mit einem Profil vertreten sind.

Schritt 1: Bestandsaufnahme

  • In welchen sozialen Netzwerken sind Sie persönlich, Ihre Kanzlei, Ihre Mitarbeitenden heute bereits und in welchem Umfang aktiv?
  • Wie stellen Sie dort in Ihrem Profil Ihre Kanzlei wie ausführlich dar?
  • Gibt es ergänzend zum persönlichen Profil eine Unternehmensseite Ihrer Kanzlei? Mit welchen Aktivitäten auf dieser Seite?
  • Kommt in den persönlichen Profilen Ihrer Mitarbeitenden Ihre Kanzlei vor – als genannter Arbeitgeber?
  • Über Ihr Profil oder Unternehmensseite hinaus: In welchen regionalen und/oder fachlich-orientierten „Gruppen“ (zum Beispiel auf XING) sind Ihre Mitarbeitenden und Sie selber aktiv? Posten Sie und Ihre Mitarbeitenden dort fachliche Beiträge, mit denen Ihre Kanzlei „beworben“ wird?

Schritt 2: Zielsetzung & Auswahl der geeigneten sozialen Netzwerke

In welchen sozialen Netzwerken wollen Sie künftig aktiv oder aktiver sein, um Ihre Kanzleistrategie noch effektiver nach außen zu tragen? Ausgangspunkt sind auch hier wieder Ihre Mandanten und Zielgruppen: In welchen sozialen Netzwerken sind diese unterwegs? Dort sollten Ihre Kunden und potenziellen Kunden natürlich auch auf Sie stoßen! Auch hier empfiehlt sich ein schrittweises Vorgehen, auch um Erfahrungen zu sammeln, um diese in die nächsten Aktivitäten einfließen lassen zu können.

Schritt 3: Aktivitäten in einem sozialen Netzwerk – am Beispiel XING

Mit Blick auf Unternehmens-Mandanten ist in Deutschland XING erste Wahl und damit ein guter Einstieg in die Social-Media-Welt. Ihre Kanzlei sollte dort wie folgt vertreten sein:

  • Sie und die anderen Berufsträger Ihrer Kanzlei jeweils mit einem persönlichen Profil. Investieren Sie den monatlichen Beitrag für ein Premium-Profil, um die Möglichkeiten des Netzwerks umfassend zu nutzen.
  • Hinterlegen Sie in Ihrem Profil ein persönliches Hintergrundbild (anstelle des “grünen” Standardbildes) zum Beispiel in Ihren Kanzleifarben und mit Ihrem Kanzlei-Logo.
  • Ihre Mitarbeitenden zumindest im Kundenkontakt ebenfalls mit einem persönlichen Profil (allerdings ist das eine freiwillige Aktivität)
  • Ihre Kanzlei mit einer Unternehmensseite.

Die Vernetzung in XING funktioniert im ersten Schritt über die Anzahl Ihrer Kontakte. Also suchen Sie Ihre Mandanten, Berufskollegen, Freunde in XING und senden diesen Kontaktanfragen. Bei Bestätigung antworten Sie mit „Dankeschön“ und laden diese ein, „Follower“ auf Ihrer Unternehmensseite zu werden.

Auf Ihrer Unternehmensseite platzieren Sie zum Beispiel einmal im Monat (Minimum) einen nutzenstiftenden Beitrag – Themen dazu sollte es in Ihrer Kanzlei und im Jahresverlauf genügend geben.

Der zweite Weg zur weiteren Vernetzung sind die „Gruppen“ in XING. Dies sind einmal fachliche Gruppen, in denen Sie sich mit Berufskollegen/-innen austauschen, sowie regionale Gruppen. Diese sind für Sie wichtig, damit Sie bei potenziellen Mandanten in Ihrer Region bekannter werden. Dies erreichen Sie allerdings nicht alleine durch die Mitgliedschaft in einer XING-Gruppe, sondern dadurch, dass Sie in den passenden Foren der Gruppe Beiträge platzieren. Dazu können Sie die Nachrichten auf Ihrer Unternehmensseite nutzen.

Wenn Sie noch aktiver sein möchten: Schauen Sie einmal am Tag auf Ihr XING-Profil und blättern Sie die Nachrichten durch. Vielleicht finden Sie Beiträge von Kunden, die Sie kommentieren möchten, oder Sie stolpern über Nachrichten potenzieller Mandanten, die Sie jetzt via XING ansprechen können.

Ein weiterer Schritt könnte sein: Sie übernehmen die Moderatoren-Rolle in einer XING-Gruppe und werden so nochmals wahrnehmbarer. Wenn Ihre XING-Gruppe Veranstaltungen vor Ort durchführt – also von digital zu analog wechselt, sollten Sie diese natürlich auch besuchen, um „wirklich“ persönliche Kontakte zu knüpfen. Werden diese Veranstaltungen in einzelnen Unternehmen durchgeführt, dann bieten Sie den Moderatoren Ihre Kanzlei als Treffpunkt an, wenn die räumlichen Voraussetzungen passen. Oder bieten Sie Ihre Kanzlei als Sponsor von Gruppen-Veranstaltungen an: Sie als Referent und/oder eine partielle Kostenübernahme mit entsprechender Erwähnung.

Nutzen Sie „Synergie-Effekte“ zwischen Ihren verschiedenen Marketing-Aktivitäten: Wenn Sie fachliche Beiträge auf Ihrer Internetseite und/oder via Newsletter verbreiten – dann platzieren Sie diese Inhalte natürlich auch in Ihren XING-Gruppen. Achtung: Nicht nur einfach den Link platzieren, sondern mit einigen interessanten und nutzenstiftenden Stichworten „anfüttern“ und dann verlinken. Wenn Sie in verschiedenen regionalen Gruppen aus Ihrem Umfeld unterwegs sind, können Sie natürlich die gleichen Beiträge gleich mehrfach nutzen und platzieren.

Schritt 4: Außer XING können Sie weitere Möglichkeiten für Ihre Kanzlei prüfen

  • Wenn Sie auch internationale Kundschaft haben, ist LinkedIn ergänzend das passende soziale Netzwerk.
  • Private Mandanten werden Sie überwiegend auf facebook erreichen.
  • Auch lokale Portale Ihrer Gemeinde oder Stadt können attraktive Schaufenster für Ihre Nutzenangebote sein. Sie finden solche über die Internetseite Ihrer Gemeinde oder fragen Sie bei Ihrer Wirtschaftsförderung nach (und schon wieder haben Sie einen Kontakt, mit dem Sie sich auch direkt via XING vernetzen können).
  • Und nicht zu vergessen, die Bewertungsportale für Arbeitgeber wie zum Beispiel https://www.kununu.com. Ist Ihre Kanzlei schon bewertet worden? Und wenn ja, wie?

Viel Aufwand? Das kommt darauf an, wie Sie es gestalten und wie leicht es Ihnen von der Hand geht. Aber ganz ohne im digitalen Zeitalter?

Und nutzen Sie die Potenziale in Ihrer Kanzlei selber: Vermutlich sind einige Ihrer jüngeren Mitarbeitenden vielfältig in dieser Welt unterwegs: Sprechen Sie diese an, beziehen Sie diese in Ihre Überlegungen mit ein, lernen Sie von diesen und vielleicht übertragen Sie viele Social-Media-Aktivitäten „einfach“ auf Mitarbeitende – eine klassische Win-Win-Situation.


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