Das Förderprogramm "go-digital": Lassen Sie sich und Ihre Mandanten im digitalen Wandel unterstützen

Das Förderprogramm "go-digital": Lassen Sie sich und Ihre Mandanten im digitalen Wandel unterstützen

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Es gibt eine Vielzahl von Fördermöglichkeiten in Deutschland. Hier den Überblick zu behalten ist fast nicht möglich. Im Zeitalter der Digitalisierung und den Veränderungen unseres Berufsstands gibt es derzeit mit den Programmen “Unternehmensberatung” der BAFA und “go-digital” des BMWi zwei Fördertöpfe, die aus mehreren Perspektiven für jeden Steuerberater interessant sind.

In diesem Beitrag möchte ich Ihnen “go-digital” näher vorstellen.

Mit „go-digital“ werden bundesweit Beratungsleistungen für Unternehmen gefördert, die sich für die Bereiche Online-Vertrieb, Digitalisierung des Geschäftsalltags und IT-Sicherheit fit machen möchten. Es richtet sich gezielt an kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und an das Handwerk, die u. a. weniger als 100 Mitarbeitern beschäftigen und einen Jahresumsatz oder eine Jahresbilanzsumme des Vorjahres von höchstens 20 Mio. € aufweisen.

Wie können Sie als Berater konkret profitieren?

Sie können in zweierlei Hinsicht profitieren:

1. Sie können sich beraten lassen

Insbesondere das Modul “Digitale Markterschließung” finde ich sehr relevant: Denn im Bereich Marketing und Vertrieb müssen Sie sich immer mehr wichtigen Fragen stellen: Wie gut sind Sie im Internet auffindbar? Wie bekommen Sie die Mandanten, die zu Ihnen passen? Wie machen Sie wirkungsvoll auf neue Dienstleistungen aufmerksam? Um nur einige zu nennen.

In dem Modul “Digitale Markterschließung” werden z. B. folgende Bereiche gefördert:

  • Entwicklung einer unternehmensspezifischen Online-Marketing-Strategie,
  • Aufbau einer professionellen, rechtssicheren Internetpräsenz, gegebenenfalls eines eigenen Web-Shop,
  • Nutzung externer Auktions-, Verkaufs- oder Dienstleistungsplattformen sowie Social-Media-Tools, Website-Monitoring und Content-Marketing

Sofern die Agentur, mit der Sie zusammenarbeiten, für “go-digital” autorisiert ist, können die Beratungsleistungen nun gefördert werden. Ich glaube, diese Chance ist fast einmalig!

2. Sie können Ihre Mandanten beraten

Wenn Sie für das Programm autorisiert sind, werden auch Beratungsleistungen gefördert, die Sie an Ihren Mandanten erbringen.

Beispielsweise können Sie im Modul “Digitalisierte Geschäftsprozesse” Ihren Mandanten dabei unterstützen, sein Rechnungswesen zu digitalisieren oder seine internen Prozesse zu optimieren.

Das Modul lässt auch eine Förderung zur Erstellung einer Verfahrensdokumentation zu.

Dies sind aus meiner Sicht ebenfalls sehr gute Möglichkeiten, um neue Beratungsfelder aufzubauen und dabei die Mandantenbindung zu erhöhen.

Wie hoch ist die Förderung?

Beratungsleistungen in einem ausgewählten Hauptmodul und ggf. erforderlicher Nebenmodule werden mit einer Förderquote von 50 % auf einen maximalen Berater-Tagessatz von 1.100 € gefördert. Begünstigte zahlen nur einen Eigenanteil an das Beratungsunternehmen. Der Förderumfang beträgt maximal 30 Tage in einem Zeitraum von sechs Monaten. Also max. 550 € x 30 Tage = 16.500 €. Das ist kein Pappenstiel!

Wie können Sie sich für das Programm autorisieren? Wie wurde ich autorisiert?

Aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen, dass eine Autorisierung leider nicht so einfach zu bekommen ist – aber es lohnt sich: Denn die geförderte Beratung kann für Sie quasi ein neues Geschäftsmodell sein.

Im ersten Schritt müssen Sie sich überlegen, in welchem Modul Sie autorisiert werden möchten.

Bei den meisten Kollegen kommt hier wohl das Modul “Digitalisierte Geschäftsprozesse” in Betracht.

Die Anforderungen sind dabei nicht unerheblich:

Es müssen drei sog. Referenzprojekte dargestellt werden. In meinem Fall habe ich auf Projekte bzw. Mandate fokussiert, bei denen das Rechnungswesen digitalisiert werden soll. Letztlich habe ich Mandanten ausgewählt, bei denen ich bereits eine Verfahrensdokumentation eingeführt bzw. das Belegwesen digitalisiert habe. Des weiten wird erwartet, dass Sie einen gewissen Bezug zur Wissenschaft bzw. Universität haben. Was hier genau gemeint ist, ist aus meiner Sicht nicht ganz eindeutig. In meinem Antrag habe ich dargestellt, wo und zu welchen Themen ich bereits Vorträge gehalten haben, mit welchen EDV-Dienstleistern ich zusammenarbeite und welche Mitgliedschaften (z. B. Offensive Mittelstand) vorhanden sind.

Nach dem der Antrag abgesendet war, fragte ich bei der zuständigen Stelle nach, wie der weitere Ablauf sei. Eine freundliche Dame sagte zu mir, “dass einem Steuerberater doch das technische Verständnis fehle, um hier autorisiert zu werden”.

Erst nachdem ich erläutert habe, dass es mir um die Prozesse in der Finanzbuchhaltung des Mandanten geht und erläutert habe, was wir bereits umgesetzt haben, wurde ich autorisiert.

IT-Sicherheitsprüfung: Nur mit Kooperationspartner!

Das Förderprojekt “Digitalisierte Geschäftsprozesse” setzt voraus, dass im Rahmen des Projektes zwei Tage für die IT-Sicherheitsprüfung aufgewendet wird. Sie brauchen also einen Kooperationspartner, der in dem Bereich “IT-Sicherheitsprüfung” autorisiert ist.

Wer ist bereits in welchem Modul autorisiert?

Eine Liste aller autorisierten Unternehmen finden Sie hier:

go digital – autorisierte Beratungsunternehmen, BMWi (PDF)

Fazit

Im Ergebnis lässt sich sagen, dass das ein tolles Förderprojekt ist. Es passt aber nicht zu jedem Mandanten. Auf Grund der IT-Sicherheitsprüfung benötigen Sie für ein Beratungsprojekt mindestens 4-5 Beratertage. Insbesondere bei kleineren Mandaten wird dann trotz der Förderung das Budget gesprengt.

Weitere Informationen

go-digital: Den Mittelstand auf dem Weg in die digitale Zukunft begleiten, BMWi


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