Steuerfachangestellte im Fokus der Digitalisierung: Das verrät der 1. VALTAXA Report

Steuerfachangestellte im Fokus der Digitalisierung: Das verrät der 1. VALTAXA Report

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Im Jahr 2017 ist VALTAXA, der Verband der Angestellten in steuerberatenden Berufen e.V., an den Start gegangen. Eine wesentliche Zielrichtung des Verbands ist es, die Attraktivität der Berufsbilder in steuerberatenden Berufen in Zeiten digitaler Transformation und Disruption zu erhalten und zu steigern.

Dafür braucht es aber zunächst einmal Transparenz, was in der Branche und bei den Mitarbeitern bezüglich der Digitalisierung gerade überhaupt “los ist”.

VALTAXA wird dies einmal jährlich erhaben – und als VALTAXA Report veröffentlichen.

Der 1. VALTAXA Report für 2017 liegt bereits vor. In diesem und den nachfolgenden Blogs werden wir einige Ergebnisse kommentieren und vertiefen.

IT-Orientierung

Zunächst einmal fällt auf, dass weniger als 1 % der Befragten auf die Frage nach ihrer beruflichen Qualifikation „IT-Beruf“ angaben; der weitaus überwiegende Anteil mit circa 85 % sind Steuerfachangestellte.

Dieses Ergebnis lässt in Anbetracht des Wandels des Berufsbilds – und ganz aktuell im Bereich des digitalisierten Rechnungswesens – aufhorchen. Denn schon jetzt ist klar: Der Trend, die ERP-Systeme der Mandanten an die Kanzleisoftware und IT-Infrastruktur der Steuerberater anzubinden, wird massiv zunehmen.

Um die damit verbundenen Datenströme und Datenverknüpfungen zu gestalten und zu sichern, muss entsprechend qualifiziertes Personal vorhanden sein.

Bislang war es langjährige Praxis, IT-affine Steuerfachangestellte mit diesen Aufgaben zu betrauen. Mit zunehmenden Qualifikationsbedarf wird sich dies aber zu einem Auslaufmodell entwickeln. Vielmehr werden Steuerkanzleien gut ausgebildete Informatiker oder ähnlich Qualifizierte stärker ins Blickfeld nehmen (müssen).

Zusatzqualifikation

Ein weiterer beachtlicher Trend lässt sich aus den Antworten zu vorhandenen Zusatzqualifikationen ablesen. Hier gaben 11 % der Befragten „Fachassistent/in für Lohn und Gehalt“ an. Diese Möglichkeit der Zusatzqualifikation wird erst vergleichsweise kurz angeboten. Hieraus kann aus meiner Sicht abgeleitet werden, dass differenzierte Zusatzqualifikationen für das Ziel, die Beratungstiefe zu verbessern, künftig an Bedeutung gewinnen werden.

Gleichwohl verfügt mit ca. 53 % der überwiegende Anteil der Befragten (noch) über keine Zusatzqualifikation – hier ist also noch reichlich Luft nach oben.

Software-Nutzung

Bei der Software-Nutzung ergibt sich – nicht unbedingt überraschend – ein Schwergewicht zugunsten der DATEV: Mehr als ¾ der Befragten arbeiten mit dieser Lösung.

Hier bleibt abzuwarten, wie stark die DATEV die Integration von Mandanten-ERP-Systemen in die DATEV-Welt vorantreiben wird.

Benefits für Mitarbeiter

Ebenfalls interessant sind die Rückmeldungen zu den Benefits für die Mitarbeiter. Immerhin die Hälfte der Befragten gaben in diesem Kontext flexible Arbeitszeiten an. Und etwa 1/3 gab an, ein Homeoffice nutzen zu können.

Beide Aspekte werden nach meiner Einschätzung und den Erfahrungen aus einer Vielzahl von Mitarbeitergesprächen künftig erheblich an Bedeutung gewinnen.

Denn das langjährig tradierte Modell “tausche Zeit gegen Geld” ist – wie in anderen Branchen auch – eher ein Auslaufmodell. Vielmehr wird es wohl künftig heißen: “Tausche Zeit gegen Aufgabenerfüllung”. Dadurch werden flexibilisierte Arbeitszeiten bzw. Arbeitsbedingungen aber auch langfristig den Charakter von “Benefits” verlieren und zunehmend integraler Bestandteil zeitgemäßer und attraktiver Arbeitsbedingungen sein.

Weitere Kommentare zum VALTXA Report 2017 folgen im Blog ….

 

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