Live-Bericht von der 57. Steuerfachtagung - Podiumsdiskussion zur Digitalisierung

Live-Bericht von der 57. Steuerfachtagung - Podiumsdiskussion zur Digitalisierung

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Ich bin schon gespannt: Start mit dem agil beweglichen Roboter von Atlas.

Die Vorträge

StB Schwab…

berichtet von den gravierenden Veränderungen, z. B. gibt es in der Schweiz Gratis-Angebote für Mandanten zur papierlosen Datenverarbeitung. Ein Beispiel: https://www.abaninja.ch/de/

Klarer Trend auch zur Digitalisierung des Steuerrechts seitens der Finanzverwaltung.

Täglich entstehen neue Geschäftsmodelle wie Cloud-Lösungen, 3D-Druck, XRechnung, mobile Belegerfassung, Kryptowährungen, Smart Contracts.

Technikverständnis ist essenziell, um steuerliche Sachverhalte richtig beurteilen zu können – der Tax Engineer ist gefragt.

Daraus ergeben sich neue Beratungs- und Dienstleistungsangebote:

Trend 1 – Big Data

Im Steuerkontext bieten sich zahlreiche Beratungsansätze für die Steuergestaltungsberatung, z. B. Verknüpfung unterschiedlicher Datenquellen (Reihengeschäfte), RFID-Chips im Warenversand (Inventur und USt-Behandlung im Echtzeit).

Big Data ist die Grundlage für intelligente Anwendungen wie Apps, Chatbots usw.

Trend 2 – Automatisierung der Abläufe

Die Technologie ermöglicht die fortwährende Überwachung von Steuerdaten – die Steuerabteilung sorgt für die richtigen Steuerdaten.

Trend 3 – Bots und RPA (Robotics Process Automation)

Steuerberater “erziehen” die Bots bzw. bringen den Bots die richtige steuerliche Beurteilung der Sachverhalte bei.

Trend 4 – Steuerliche Expertensysteme

Vordefinierte Regelsets reduzieren manuelle Bearbeitungszeiten und Fehlerquellen.

Praxisbeispiel LITAX – denkt Steueranalyse neu: aus Science Fiction wird Science Fact.

Trend 5 – Künstliche Intelligenz

Der nächste logische Schritt – bei Legal Tech-Anwendungen kann man sehen, wie sich das entwickelt: https://www.legal-tech.de/

Die Plattform Lawgeex hat die Qualität von Vertragsdurchsichten durch Anwälte und KI verglichen: Die KI hat wesentlich besser abgeschnitten als die Experten.

Wie beruhigend für mich: Männer sind einer Studie zufolge leichter durch Künstliche Intelligenz zu ersetzen als Frauen 😉

Ein schöner Schlussgedanke: Der Steuerberater als „Roboter-Versteher“.

Nach der Steilvorlage von StB Schwab führt

Dr. Mayr, DATEV-Vorstandsvorsitzender…

…das Thema weiter:

Die Verbreitungsgeschwindigkeit neuer Technologien hat enorm an Dynamik gewonnen und nimmt immer weiter zu. “So gemütlich wie heute wird es nicht bleiben.”, befindet Dr. Mayr.

1. Wie sieht es heute in den Kanzleien in punkto Digitalisierung aus?

Branchenmonitor der DATEV: Der Berufsstand ist optimistisch, Digitalisierungsindex 98,2 bei 200 maximal möglichen Punkten (von September 2017).
2/3 der Befragten befürworten die digitale Strategie.
Bei kleineren Kanzleien liegt der Papieranteil bei ca. 64 % und bei größeren Kanzleien bei 50 %. Der “papieraffine” Mandant als Hürde.

Schönes Bild: Bei erfolgreicher Beratung folgt nach der Papierflut die Digitalisierungswelle.
Hoffentlich ertrinken die Steuerberater nicht oder wer hat den Rettungsring? 😉

Die digitale Kompetenz der Mitarbeiter ist noch nicht ausreichend. 50 % der Befragten haben noch keine Maßnahmen getroffen, um die Mitarbeiter fit für die digitale Welt zu machen. Interessanter Fakt: Das Durchschnittsalter der Führungskräfte 51 Jahre, das der Mitarbeiter 41 Jahre.

Bisher gibt es nur eine geringe Nachfrage zu digitalen Dienstleistungen von Seiten der Mandanten. Doch Information erzeugt Nachfrage – also wie so oft: Tu Gutes und sprich darüber.

In der digitalen Welt spielt der Datenschutz eine übergeordnete Rolle – der Countdown zur DSGVO läuft in 63 Tagen ab.

Ein Video aus der Reihe “Ein Tim für alle Fälle” der DATEV ist immer für eine Auflockerung gut ;-).

2. Plattformökonomie – die Kanzlei von morgen

Plattformen bringen Angebot und Nachfrage zusammen – Vermittler, die keine eigenen Produkte haben (Uber, AirB&B, Lieferheld & Co).

Was hat das mit dem Berufsstand zu tun? Mit dem Rechenzentrum der DATEV wurde quasi schon eine Plattformökonomie praktiziert, als es den Begriff noch gar nicht gab.

Beispiele heute: taxbutler, advocadd, ageras

Plattformen sind “Game Changer” und Innovationstreiber und werden signifikante Auswirkungen auf den Berufsstand haben.

3. Die Potenziale und Grenzen der künstlichen Intelligenz

Das neueste Alexa-Feature “Echo Look” von amazon – mit den Klamotten aus dem Kleiderschrank wird das passende Outfit zusammengestellt. (Ich vermute, das ist auch eher was für Männer ;-).

Ross, der Robo-Anwalt ist in den USA bereits tätig.

Und im Job-Futuromat kann man sich anschauen, wie stark der eigene Beruf durch Automatisierung gefährdet ist. 83 % für Steuerfachangestellte (Update 2018: der Wert wurde jetzt auf 100% erhöht).

2 Vorträge sind nach der ersten Stunde vorbei, jetzt geht es los mit der

Die Podiumsdiskussion

Frau Wanke ergänzt das Thema aus ihrer Sicht als Leiterin Konzernsteuerabteilung NÜRNBERGER Versicherungen:

Die Durchführung von Tax Compliance-Systemen ist in der Praxis eine echte Herausforderung. Viel mehr als Fachwissen sind Diplomatie und Taktik gefragt, wenn es um Überzeugungs- und Erklärungsarbeit gegenüber dem Vorstand geht.

11.45 Uhr bis 12.30 Uhr wird dann lebhaft diskutiert mit zahlreichen Anmerkungen und Fragen aus dem Publikum:

  • Berufsstand wird durch die Digitalisierung für Generation Y attraktiver.
  • Qualifikation steuerliches und IT-Wissen erforderlich.
  • 3 Eigenschaften für Steuerfachleute in Zukunft, die gleichwertig sind: Analytische Fähigkeiten, Fachwissen, Technologiewissen.
  • Ausbildung für StFA wird deshalb neu geordnet, Generation Z schon im Blick.
  • Auch die StB-Prüfung sollte reformiert werden.
  • Damit das gelingt, muss auch Finanzverwaltung mit ins Boot. Die ist auch schon dabei aufzurüsten, hängt allerdings noch hinterher.
  • Thema Digitalisierung kennt keine Ländergrenzen, ist ein internationales Thema, von dort wird der Druck kommen.
  • Es geht dabei nicht um IT-Themen sondern um Prozesse.
  • Wettbewerbsfähigkeit von Deutschland ist gefährdet, im Vergleich zu Brasilien ist Deutschland Entwicklungsland.
  • Kollektive Anstrengungen sind entscheidend.

 

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