Betriebswirtschaftliche Beratung: So punkten Sie mit „Qualitäts-BWA und Zusatz-Kennzahlen“ (Teil 2: Kennzahlen und Excel-Tool)

Betriebswirtschaftliche Beratung: So punkten Sie mit „Qualitäts-BWA und Zusatz-Kennzahlen“ (Teil 2: Kennzahlen und Excel-Tool)

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In Teil 1 haben Sie erfahren, welche Antworten eine BWA Ihrem Mandanten geben sollte – und einen Überblick über wichtige Kennzahlen erhalten.

Jetzt werde ich Ihnen die Kennzahlen näher erläutern und aufzeigen, welchen konkreten Nutzen sie Ihren Mandanten bieten.

Am Ende dieses Beitrags finden Sie ein Excel-Tool, in der die Formeln wiedergegeben und alle Kennzahlen nochmals ausführlich beschrieben werden. Das Tool kann natürlich kein umfassendes Kennzahlensystem ersetzen. Aber da die Daten-Quelle immer die gleiche ist, lassen sich diese Kennzahlen leicht entsprechend ausbauen.

Die für das Excel-Tool benötigten Daten sollte Ihnen – bis auf eine Ausnahme bei der Kennzahl zur Produktivität – das Rechnungswesen Ihres Mandanten bereitstellen können: Summen- und Saldenliste, kurz „SUSA“ und betriebswirtschaftliche Auswertung, kurz „BWA“.

Hier die Erläuterungen zu den Kennzahlen – anhand der Fragen aus dem ersten Teil:

Frage 1: Wie entwickelt sich die Ertragslage im Zeitvergleich?

Im Zeitreihenvergleich wird der aktuelle Stichtag mit Planung, Hochrechnung und den letzten drei Vorjahren verglichen. Denn eine Kennzahl sagt, isoliert betrachtet, nur relativ wenig aus.

Nutzen für Ihren Mandanten: Durch einen zeitpunktbezogenen Vergleich werden Entwicklungen gut und vor allem früh erkennbar.

Frage 2: Ab wann wird Gewinn gemacht?

Der Blick auf die Umsatzentwicklung sagt nicht genug.

Die Break-Even-Analyse ergänzt dies und gibt als Ergebnis an, ab wann der Umsatz die Gesamtkosten (fixe und variable Kosten) deckt und damit die Gewinnschwelle erreicht wird.

Der Sicherheitsgrad wiederum zeigt, wie weit der Umsatz zurückgehen kann, bevor der Break-Even-Point, also die Gewinnschwelle, unterschritten wird.

Nutzen für ihren Mandanten: Diese Werte bilden ein einfaches, aber wirksames „Frühwarnsystem“.

Frage 3: Wie produktiv ist das Unternehmen?

Für eine Antwort auf diese Frage werden die aus dem Rechnungswesen verfügbaren Daten lediglich um die Anzahl der produktiv tätigen Mitarbeiter – gewichtet nach ihrem Anteil an den Wochenstunden einer Vollzeit-Kraft – ergänzt. Damit ermitteln Sie dann den Umsatz je produktiven Mitarbeiter.

Nutzen für ihren Mandanten: Über die Entwicklung in der Zeitreihe gibt dieser Wert ihrem Mandanten in einfacher Form wertvolle Hinweise, ob die vorhandenen Ressourcen wirtschaftlich eigesetzt werden.

Frage 4: Wertschöpfung: Wie wird sie ermittelt und was sagt sie aus?

Die Wertschöpfung wird über die Gesamtleistung eines Unternehmens, gekürzt um die erbrachten Vorleistungen wie Waren- und Materialeinsatz, Abschreibungen und sonstige Kosten abgeleitet.

Nutzen für Ihren Mandanten: Zum einen ist dies ein Indikator für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Unternehmens und zum anderen wird dadurch offen gelegt, welche Unternehmensbereiche wie viel „vom Kuchen abbekommen“.

Frage 5: Wie viel Liquidität erwirtschaftet das Unternehmen?

Das Stichwort lautet hier: Cashflow. Insbesondere der Brutto-Cashflow zeigt, welche Liquidität im Beobachtungszeitraum erwirtschaftet wurde und bietet eine erste Orientierung, wie ausgeprägt die Innenfinanzierungskraft des Unternehmens ist. Dies ersetzt keine Liquiditätsplanung! Die Kennzahl liefert aber einen Wert, der Ihnen den Vergleich mit anderen Unternehmen erleichtert. Der Cashflow ist eine statische Größe, also eine Momentaufnahme.

Nutzen für ihren Mandanten: Die Cashflow-Rate zeigt ihm die Innenfinanzierungskraft seines Unternehmens, also die Fähigkeit, aus der eigenen Ertragskraft des Unternehmens Liquidität für die Deckung des Bedarfs an finanziellen Mitteln zu erwirtschaften. Letztlich gilt: Je besser der Brutto-Cashflow, umso erfolgreicher ist das Unternehmen.

Frage 6: Wo ist das Geld geblieben?

Das entscheidende Stichwort lautet hier: Bewegungsbilanz. An ihr können die Finanzierungsvorgänge und die Liquidität des Unternehmens abgelesen werden und sie zeigt damit auf, wo die Liquidität herkommt und wofür Sie verwendet wurde.

Ausgangspunkt ist die Herkunft und Verwendung der Finanzierungsmittel eines Unternehmens in einem Abrechnungszeitraum, die im Vergleich von zwei aufeinander folgenden Bilanzen (hier: letzter Jahresabschluss / das folgende aktuelle Jahr) dargestellt wird.

Nutzen für Ihren Mandanten: Ihr Mandant fragt sich sicher häufiger, warum das Kontokorrent schon wieder “ausgereizt“ ist und wo das Geld geblieben ist. Die Bewegungsbilanz bringt hier „Licht ins Dunkel“.

Frage 7: Privatentnahmen: Wie viel wurde vom Gewinn verbraucht?

Die Formel bildet mit den zum Stichtag aufgelaufenen Privatentnahmen eine Relation zum gleichzeitig erwirtschafteten Jahresüberschuss / vorläufiges Ergebnis zum Stichtag und zeigt so, wie viel vom Jahresüberschuss für die Eigenkapitalbildung verbleibt.

Nutzen für Ihren Mandanten: Ihr Mandant sieht im direkten Vergleich, was er für „Privates“ eingeplant hat und was er dann tatsächlich ausgegeben hat. Und er bekommt gleich auch eine Information zur aktuellen Eigenkapitalentwicklung.

Fazit: Man kann es gar nicht oft genug sagen: Bereits eine „Qualitäts-BWA“ bietet eine solide Basis. Mit einigen zusätzlichen Informationen gibt das einen klaren Zusatz-Nutzen für Ihre Mandanten. Eine fundierte unterjährige Information zur Unterstützung im Unternehmensalltag ist eine Dienstleistung, für die ihr Mandant bestimmt auch bereit ist, ein Honorar zu zahlen.

Das Kennzahlen-Tool (Excel):

Download Kennzahlen-Tool

 

 

 

 

 


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