Digitalisierung der Buchhaltungsmandate: Wie weit sind die Kanzleien wirklich?

Digitalisierung der Buchhaltungsmandate: Wie weit sind die Kanzleien wirklich?

Beitrag als PDF herunterladen

Digitalisierung ist längst nicht nur ein Schlagwort in aller Munde, sondern zunehmend der wichtigste strategische Wettbewerbsvorteil von Unternehmen. Die Frage, ob die Digitalisierung Einfluss auf den steuerberatenden Berufsstand hat, ist längst beantwortet.

Großes Digitalisierungspotential steckt – wie bereits vielfach von unterschiedlichen Autoren dargelegt – vor allem in dem Leistungsfeld der Finanzbuchführung, die etwa 30 % des Kanzleiumsatzes ausmacht.

Doch wo stehen Steuerkanzleien heute bei der Digitalisierung ihres Dienstleistungsportfolios wirklich?

Studie zu Digitalisierung der Buchhaltung in Kanzleien

Eine wesentliche Gestaltungsmöglichkeit in der Zusammenarbeit zwischen Steuerberater und Mandant bieten Cloud-Plattformen: Sie ermöglichen einen digitalen Austausch der für die Buchhaltung relevanten Belege. Damit wird eine wesentliche Grundlage für die ausschließlich in digitalisierten Prozessen abgebildete Buchführung geschaffen.

In der im Sommer 2016 durchgeführten empirischen Untersuchung „Digitalisierung in steuerberatenden Kanzleien: Eine empirische Analyse zur digitalen Buchführung“ habe ich den Status quo bei der Digitalisierung der Buchhaltung untersucht.

An der Studie beteiligten sich 680 Kanzleien: Dabei hatten 33,9 % der Kanzleien 4-8 Mitarbeiter, 24,8 % 9-15 Mitarbeiter und 15,6 % 16-25 Mitarbeiter. Dies entspricht bereits ca. 75 % aller Kanzleien, die an der Untersuchung teilnahmen. Kanzleien mit 26-50 Mitarbeitern waren darüber hinaus mit einem Anteil von 8,4 % vertreten.

Verbreitung und Nutzung von Cloud-Plattformen

Die Mehrheit der befragten Kanzleien (64,6 %) gibt an, eine Cloud-Plattform zur Umsetzung einer digitalen Buchführung mit ihren Mandanten grundsätzlich bereits im Einsatz zu haben.

Allerdings liegt die Quote der Mandanten, mit denen die Cloud-Plattform bereits genutzt wird, im Schnitt bei nur 10 %.

Zugleich gaben über 50 % der Kanzleien an, nach wie vor den Pendelordner für die Belegübergabe bevorzugt zu nutzen. Dies zeigt, dass die „konventionelle“ Zusammenarbeit mit Mandanten bei einer Vielzahl der Kanzleien nach wie vor stark im Fokus steht.

Nachfrage zum Thema „digitale Buchführung“

Die Mehrheit der befragten Steuerkanzleien gab an, dass sie bisher wenig oder gar keine Nachfrage zum Thema digitale Buchführung durch ihre Mandanten vernehmen:

Die Untersuchung hat jedoch ergeben, dass Kanzleien, die ihre Mandanten aktiv über GoBD informiert haben, auch signifikant mehr Nachfrage zur digitalen Buchführung erhalten als diejenigen, die sie nicht über die GoBD informiert haben.

Wenn es darum geht, die Vorteile und Chancen einer digitalen Zusammenarbeit via Cloud-Plattform aufzuzeigen, ist also die Bedeutung der aktiven Mandantenansprache durch die Kanzlei nicht zu unterschätzen.

Die o. g. geringe Quote der Mandate, mit denen eine Cloud-Plattform genutzt wird, verdeutlicht, dass hier grundsätzlich weiterhin großes Potenzial zum weiteren Ausbau der digitalen Buchführung besteht – und dass dieses Potenzial nicht zuletzt durch die Entwicklung im Bereich der GoBD auch tatsächlich genutzt werden kann.

Hinweis der Redaktion:

Infos und Bezug der Studie „Digitalisierung in steuerberatenden Kanzleien – Eine empirische Analyse zur digitalen Buchführung“ von Christian Wenzel bei: https://www.digitalekanzlei.com/


Dies könnte Sie auch interessieren:

Beitrag als PDF herunterladen

One Response

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.