Freiberuflichkeit des Steuerberaters

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Die Freiberuflichkeit ist für Steuerberater ein Lebensgefühl und ein Selbstverständnis. Im steuerlichen Sinne freiberufliche Einkünfte zu erzielen kraft eigener Fähigkeiten und Ausbildung – verbunden mit der Möglichkeit, selbständig zu arbeiten – wird in Teilbereichen durch die Digitalisierung zumindest infrage gestellt.

Wenn sich Dienstleistungen wie z. B. die Finanzbuchhaltung unter Zuhilfenahme von EDV und IT voll automatisiert erledigen lassen, entfernt man sich sehr schnell und deutlich von der freiberuflichen Tätigkeit, die wesenstypisch durch persönliche Fähigkeiten, Qualitäten etc. verkörpert wird.

Im Sinne der eigenen Steuergestaltung des Steuerberaters ist also zum einen zu überlegen, ob Digitalisierungsprozesse in eine gesonderte Gesellschaft ausgelagert werden sollten, um die Freiberuflichkeit für die originäre Tätigkeit der Beratung aus dem Bereich der Vorbehaltsaufgaben und vereinbaren Tätigkeiten zu erhalten. Die bereits angesprochenen Deregulierungsmaßnahmen seitens der EU verschärfen das Problem dadurch, dass der durch den Gesetzgeber regulierte Steuerberatermarkt sukzessive auch für gewerbliche Anbieter geöffnet wird.

Die Europäische Kommission hat jüngst am 10.01.2017 ihr sog. Dienstleistungspaket vorgestellt. Ziel dieses „EU-Dienstleistungspaketes“ (Vorschlag für eine Verordnung zur Einführung (COM (2016) 824 final) sowie für eine Richtlinie für den rechtlichen und operativen Rahmen für die elektronische europäische Dienstleistungskarte (COM (2016) 823 final) sieht für die Mitgliedstaaten die Möglichkeit vor, dass „übermäßig belastende oder nicht mehr zeitgemäße Anforderungen für Freiberufler, die im Inland oder grenzüberschreitend tätig sind, zu ermitteln“. Die EU spricht hiermit Reformempfehlungen für Berufsregulierungen und Richtlinienvorschläge für die Einführung einer sog. Verhältnismäßigkeitsprüfung und zur Feststellung eines Notifizierungsverfahrens aus, des Weiteren Legislativvorschläge zur Einführung einer elektronischen europäischen Dienstleistungskarte.

Der inhaltliche Schwerpunkt des EU-Dienstleistungspaketes liegt auf der Hand, der Berufsstand der Steuerberater soll dereguliert werden.

Die Entwicklungen im Berufsrecht der Steuerberater sollte verfolgt werden, um individuell bezogen auf die eigene Kanzlei und die Ausrichtung der Kanzlei bzw. der Anpassung der eigenen Kanzleivision, die durch Veränderungen erforderlich wird bzw. werden kann, Rechnung zu tragen.

Hierüber bzw. über die Entwicklung des Berufsrechtes für Steuerberater werden wir Sie hier laufend informieren.


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