Elektronische Rechnungen und FIBU-Prozesse: Wie geht es weiter?

Beitrag als PDF herunterladen

Gerade für den Bereich der Rechnungsabwicklung in der Finanzbuchhaltung ist zu erwarten, dass die technologischen Entwicklungen starke Auswirkungen auf die Kanzleiprozesse haben werden.

So lassen sich z. B. elektronisch im PDF-Format eingehende Rechnungen mittels eines sog. OCR-Scanner (Scanner für die automatisierte Texterkennung) auslesen und die erkannten Buchungsdaten anschließend durch den Mitarbeiter direkt elektronisch weiterverarbeiten. Das automatische Auslesen ist jedoch (noch) mit einer gewissen Fehleranfälligkeit verbunden und sollte daher durch eine standardmäßige Kontrolle durch die Mitarbeiter begleitet werden.

Das sog. ZugFERD-Format für elektronische Rechnungen geht hier einen entscheidenden Schritt weiter: Die ebenfalls im „klassischen“ PDF-Format erzeugte Rechnung übermittelt zusätzlich einen sog. A3-Container, in dem die Rechnungsinhalte im XML-Format strukturiert eingebettet sind.

Die im XML-Format vorliegenden Rechnungsdaten ermöglichen das fehlerlose automatische Auslesen der Daten sowie deren direkte Überführung in einen gefüllten Buchungssatz und einen gefüllten Zahlungsträger zur elektronischen Verarbeitung. Damit wird Menschliches bzw. händisches Zutun nur noch in Ausnahmefällen erforderlich sein.

Das ZugFERD-Format stellt dabei gleichzeitig die elektronische Archivierung der Geschäftsunterlagen über den gesetzlichen Aufbewahrungszeitraum sicher! Da das PDF-Format nach wie vor die Möglichkeit bietet, die Rechnung auch in Papier weiterzuverarbeiten, entsteht hierdurch zudem eine tragfähige Brücke zwischen der „analogen“ und der „digitalen“ Welt.

Also das Beste aus zwei Welten mit Potenzial zur flächendeckenden „Buchhaltung auf Knopfdruck”! Bisher war die Abwicklung der Buchhaltung ein Hauptbetätigungsfeld des Steuerberaters. Es ist also die Frage erlaubt: Wenn die vollautomatisierte Finanzbuchhaltung es ermöglicht, dass in diesem Bereich ca. 80 % bis 90 % der menschlichen Arbeitszeit eingespart wird, was machen wir dann mit unseren Mitarbeitern?

Eine Alternative und gleichzeitig langfristig interessante Investition in die Zukunft: Die Mitarbeiter frühzeitig für die Beratung qualifizieren!


Dies könnte Sie auch interessieren:

Beitrag als PDF herunterladen

2 Responses

  1. Das ist ja mal ein informativer, sorgfältig mit Liebe zum Detail geschriebener Artikel. Vielen Dank! 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.